
Guten Morgen zusammen – man merkt es schon – der Herbst ist da – es war heute früh etwas kühler. Am Parkplatz am Goetheturm ging es los – gemeinsam mit Alexandra von der Gesundheitskasse begrüßte ich – mit freundlicher Genehmigung des Grünflächenamts Frankfurt – eine Gruppe von knapp 20 Personen mit Kindern. Im Fokus stand heute die Nachhaltigkeit und die wichtige Bedeutung der Pilze für unsere Natur. Eingeladen hatte dazu die AOK Hessen, die mit mehreren Veranstaltungen rund um den „Tag der Nachhaltigkeit“ ihren Teil beiträgt.
Als Snack gab es dann erst mal Pilze in Blätterteig und einen Bio-Apfel für unterwegs.


Natur pur – entlang gewaltiger Baumriesen zog es uns um das Gebiet am Goetheturm und Scheerwald – dabei bestimmten wir die gefundenen Pilzarten und besprachen die vielen Fragen der Teilnehmenden – so den hier gezeigten Zunderschwamm. Diese Pilze haben eine bedeutenden Rolle in der Zersetzung toter Baumstämme und führen die Zersetzungsprodukte zurück in den Kreislauf der Natur. Etwas später entdeckten wir Zunderschwämme sogar an einer lebenden Buche – diesen Anblick als Schwächeparasit sieht man nicht oft.



Ein Täubling aber welcher – Fragen über Fragen – dann der rettende Einfall! – ich glaub ich hab`s 🙂 – die makroskopische Bestimmung der Gattung Russula ist oft nicht möglich – zu viele Arten sind nur mikroskopisch oder mit Hilfe von Sporenabwurfpräparaten oder Reagenzien bestimmbar. Aber immerhin – ein Mykorrhizapilz nach den trockenen Wochen gibt Hoffnung für eine gute Hauptsaison der Pilze.
Diese Symbionten spielen ein wichtige Rolle dabei, wie beispielsweise Bäume mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Einige dieser Pilze sorgen dafür, dass der Boden mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann – wir sollten also mehr Augenmerk auf diese Partnerpilze haben – gerade wenn es darum geht den „Wald der Zukunft“ zu bauen – mehr dazu morgen beim Hessen Forst.

Auch die ersten Champignons liesen sich finden – ein Geruchstest führte schnell zu der Sektion der „Anischampignons“.



Der kleine Schuppenporling ist ein Zersetzer von Buchenholz-Ästchen. Sollte er mal scheinbar auf dem „nackten“ Erdboden stehen, findet sich oft im Boden eine Verdichtung ähnlich einer Kokosnuss – hier lagert der Pilz Nährstoffe für Notzeiten ein – in Fachkreisen als Sklerotium bekannt. Er gehört ,wenn man den zähen Stiel wegschneidet – zu den delikatesten Speisepilzen die ich kenne.



Ein toller Fund – der wollige Scheidling – ihn findet man oft nur an richtig altem Holz – da schlägt das Pilzler-Herz höher. Der Waldumbau mit dem vielen Totholz der letzten Jahre hat auch im Stadtwald Frankfurt zu mehr Biodiversität geführt – viele Lebewesen benötigen Totholz zum überleben. An einer Eiche fanden wir schließlich noch einen roten leuchtenden Pilz – kaum zu übersehen – die Ochsenzunge gehört zu den Schwächeparasiten.

Gruß aus dem Stadtwald – Eure PilzSchule Hessen und AOK Hessen
